Social Seeding oder Spam Your Fiends?

Früher, bei Kaffee und Kuchen oder einem Bier, tauschten sich mehr oder weniger befreundete Menschen über den besten Zahnarzt in der Stadt, die leckere Pizzeria oder die effektivste Feuchtigkeitscreme aus. Das alles war eine Art Frage-Antwort-Spiel mit absehbarem Anfang und Ende.

Gute Bewertungen steigern Conversion um 200%

Heutzutage findet man auch ohne die Hilfe eines Gegenübers im Internet auf unzähligen Portalen Empfehlungen, Bewertungen und Tipps; global und regional. Außerdem gibt es auf jeder gutsortierten E-Commerce Plattform die Möglichkeit Kundenbewertungen abzugeben und einzusehen. Damit navigiert sich der moderne User durch den Angebotsdschungel, ließt Rezensionen und schaut auf die abgebene Bewertung von  Vorkäufern. In einer Studie von BIG Social Media offenbart sich die Kraft von sozialen Bewertungen im Internet: Produkte mit positivem Rating verkaufen sich um rund 200% besser (als Produkte ohne oder mit negativem Rating).

Knapp 70% aller Konsumenten ziehen Kundenbewertungen heran, bevor sie auf „Kaufen“ klicken. Außerdem spielt die Masse eine Rolle- bei Produkten mit über 50 Bewertungen ist der Abverkauf um 63% höher, als bei den wenig bewerteten. Interessanter Weise verkaufen sich Produkte mit 4,5 Sternen dreimal besser als reine 5 Sterne Produkte. Die User vermuten dahinter möglicherweise gefälschte Rezensionen (was laut Studie bei rund 20-30% der Bewertungen im Internet der Fall ist). Dennoch vertrauen Kunden auf die Empfehlungen anderer Kunden.

Was allerdings noch stärker die Kaufbereitschaft beeinflusst als anonyme Kundenbewertungen ist die Meinung unserer Freunde.

Social Seeding- der aufdringliche Nachbar?

Genau darauf baut ein Trend auf. Unter dem Namen Social Seeding werden User aufgefordert Inhalte mit ihren „Freunden“ zu teilen. Dies ist eine Strategie des Viralen Marketings und soll kostengünstig und schnell eine bestimmte Masse von Menschen erreichen. Der Inhalt soll vordergründig nicht werbend erscheinen und damit zu einer viralen Verbreitung führen.

Genau dieses Konzept bietet Sharemax an. Dort können Händler und Werbetreibende Kampagnen platzieren, welche von Usern geshared werden sollen. Dies kann eine Empfehlung für das Wellnessbad in der Nähe oder ein Rabattgutschein für ein Café sein- Hauptsache es erscheint ungefragt im Newsfeed der anderen. Der User verdient einen Centbetrag sobald seine „Freunde“ auf den Link klicken. Unter dem Deckmantel der Freundschaft werden Freunde aufgefordert Freunde zuzuspammen.


Die Social Seeding Plattform shareMAX

In dem Werbefilm wird der arme Lars vorgestellt, dessen Freunde seine täglich geteilten Inhalte kaum abwarten können. Doch was dem armen Lars nicht gesagt wird ist, dass er wahrscheinlich mit jedem Share immer einsamer wird. Im Reallife wäre dies vergleichbar mit einem unliebsamen Nachbarn, der unangemeldet an der Tür klopft und anfängt über seinen Tag zu erzählen und besserwisserisch Empfehlungen auszusprechen. Diesem Nachbar macht man das nächste Mal womöglich die Tür nicht mehr auf. Ähnlich verhält es sich auf Social Media Plattformen. Die Meinung über den spammenden „Freund“ ändert sich möglicherweise. Natürlich interessieren sich User im Internet für gute Angebote, Rabatte und Deals. Und auch für die Meinung ihrer Freunde auf Social Media Plattformen. Doch wenn beides vereint ungefragt auf dem persönlichen Newsfeed seinen Platz findet, werden möglicherweise Freundschaften neu überdacht.

Veröffentlicht von Marina Schakarian

Marina Schakarian kümmert sich bei ZDF Digital um die Influencer-Ansprache, sowie Strategie und Konzeption von Social Media-Kampagnen. Außerdem bloggt sie unter Meinvorgestern.de selbst über Vintage-Lifestyle. Sie freut sich über neue Instagram-Follower.

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